Frisch und saisonal von nebenan

08.03.2017 in Klimatipp

Das was alltäglich auf unseren Tellern landet, hat erheblichen Einfluss auf das Klima der Erde.

Unsere Lebensmittel werden zunächst angebaut, dann geerntet, transportiert, gelagert, eventuell noch weiterverarbeitet, bis sie dann schließlich im Supermarkt landen und zu Fuß, per Rad oder mit dem Auto nach Hause transportiert werden. Bei jedem dieser Schritte fallen mehr oder weniger Treibhausgase an, die wegen uns in die Atmosphäre gelangen.

Mit dem Kauf von regionalen und saisonalen Produkten kannst du hier selbst etwas tun und dank kürzerer Kühlzeiten und Transportwege für die Lebensmittel das Klima schützen. Die Vorteile gehen sogar darüber hinaus: gerade bei saisonalen Produkten aus der Region gibt es ein deutliches Plus in Sachen Geschmack. Der Vitamingehalt ist höher, da das Obst und Gemüse nicht so lange gelagert werden muss. Und nicht zuletzt werden Produzenten aus der Region unterstützt.

Foto: Anica Hackmann/VCD

Wenn du dir den Weg eines Apfels vom Baum bis zu dir nach Hause anschaust, hängt die Klimabilanz nicht nur von der Länge des Weges ab, sondern auch von den gewählten Transportmitteln. Der Transport per Flugzeug führt zu deutlich höheren Emissionen als der per Lkw. Dieser hingegen setzt beim Transport mehr Emissionen frei als die Bahn, die wiederum in dieser Hinsicht oft von der Schifffahrt unterboten wird.

Am Ende macht die Frische des Apfels den Unterschied. Kaufst du im Juni einen deutschen Apfel, stammt dieser aus der Herbsternte und wurde somit über ein halbes Jahr gekühlt gelagert - und das bedeutet einen hohen Energieaufwand und jede Menge Emissionen. Greifst du hingegen einen frischen Apfel aus Neuseeland aus der Obstkiste, hat der zwar einen weiten Weg mit dem Schiff hinter sich.  Unter Umständen kann der neuseeländische Apfel aber trotzdem die bessere Klimabilanz haben, da er nicht lange gekühlt werden musste.

Wie viele Treibhausgase dann noch freigesetzt werden, bis du mit deinem Apfel auf dem Weg vom Supermarkt zu Hause ankommst, hängt stark davon ab, wie du unterwegs bist: ob wir mit Bus oder Bahn, per Rad, zu Fuß oder aber mit dem Auto. Und damit Emissionen für Produktion und Transport von Lebensmitteln nicht ganz umsonst entstehen, sollte möglichst wenig im Abfall landen.

Welche Obst- und Gemüsesorten  zu welcher Zeit Saison bei uns haben, verrät dir der Saisonkalender von utopia.

 

Weitere Infos, wie du beim Lebensmittelkauf auf das Klima achten kannst, gibt der wwf.

 

Ein Tretcargo wär jetzt prima…

17.01.2017 in Klimatipp

Das Lastenrad ist für immer mehr Menschen zu einer echten Alternative zum Auto geworden. Mit den Zwei- oder Dreirädern lassen sich größere Einkäufe sowie kleinere Möbel transportieren, Kinder zum Kindergarten fahren und auch das Grill-Equipment samt Kiste Bier für den Grillabend im Park findet seinen Platz. Lastenräder sind umweltfreundlich, praktisch, preiswerter als das Auto und sie haben Symbolkraft. Sie sind das „Yes we can“ des Radverkehrs, wie Arne Behrensen von cargobike.jetzt sagt. Durch ihre Präsenz im Straßenverkehr rütteln sie ordentlich an der bisherigen Autozentriertheit in den Köpfen der Leute.

Das Potenzial, Autos durch Lastenräder zu ersetzen, ist groß: Laut einer Studie des EU-geförderten Cyclelogistics-Projekts könnten 51 Prozent aller Kfz-Fahrten, bei denen Güter in Städten transportiert werden, auf Fahr- oder Lastenräder verlagert werden. 40 Prozent dieser Fahrten sind private Einkäufe.

Du kannst helfen dieses Potenzial auszuschöpfen und Teil des Wandels auf unseren Straßen werden. Dafür gibt es zahlreiche Einstiegshilfen. Wer etwa ein Transportrad nur gelegentlich braucht, es erst mal ausführlich testen möchte oder gerade nicht genug Geld locker hat, kann auf eines der Lastenrad-Sharing-Systeme oder auf diverse Verleihangebote zurückgreifen.

 

 

© Aleksander Slota/VCD

 

Mit Kasimir – Dein Lastenrad kam 2013 in Köln erstmals die Idee der freien Lastenräder in Deutschland auf. Die Initiative versteht Lastenräder als Gemeingut, der Verleih ist somit kostenlos. Möchte jemand ein Lastenrad ausleihen, kann er es online buchen und tageweise an teils wechselnden Stationen wie Cafés oder Stadtteilzentren ausleihen. Freie Lastenrad-Initiativen gibt es inzwischen deutschlandweit in über 30 Städten.  Eine Übersicht findest du hier.

Auf dem Portal http://www.velogistics.net/ findest du Verleihangebote von Fahrradläden, Initiativen und Privatpersonen. Du kannst dort auch dein eigenes Lastenrad zum Verleih anbieten.

Längst gibt es auch erste vollautomatisierte Angebote mit festen Stationen für Lastenräder im öffentlichen Raum, wie die SeestadtFLOTTE in Wien-Aspern oder das vom Bundesverkehrsministerium geförderte Modellprojekt TINK in Konstanz und Norderstedt. Aber auch Anbieter klassischer Fahrradleihsysteme beschäftigen sich zunehmend mit Lastenrädern.

Wer ein Lastenrad lieber sein Eigen nennen möchte, statt eines zu leihen, findet hier einen Überblick über die Lastenrad-Händler in seiner Umgebung: https://www.vcd.org/themen/radverkehr/lastenraeder/lastenrad-haendlersuche/

Wer Spaß daran hat, mit den eigenen Händen zu arbeiten, oder an individuellen Lösungen interessiert ist, für den kommt auch der Selbstbau von Lastenrädern in Frage. Anleitungen, Erfahrungsberichte und Angebote für Selbstbauworkshops gibt es unter werkstatt-lastenrad.de. Selbstbauworkshops werden bundesweit von der Stiftungsgemeinschaft anstiftung & ertomis gefördert. Eine interessante und einfache Selbstbau-Option ist das XYZ Cargo, über das auch die »taz« berichtet hat. In Berlin bietet AKI-Lastenradbau individuelle Selbstbauworkshops an.

Es gibt also unzählige einfache Wege, zu einem Lastenrad zu kommen. Leih sie dir, kauf sie dir oder bau sie dir: die Alternative zum Auto.

Reisen ohne Rucksack - "Take nothing but pictures. Leave nothing but footprints”(BALTIMORE GROTTO, 1952)

27.07.2016 in Klimatipp

Reisen ohne Rucksack: das klingt nach Freiheit und Leichtigkeit. Es erinnert an das Zitat von Baltimore Grotto: Reisen ohne die Umwelt zu beeinträchtigen, nichts hinterlassen, außer den eigenen Fußspuren. Doch ist es möglich, ganz ohne ökologischen Rucksack zu reisen? Ohne das Päckchen an Ressourcen, die wir beim Reisen verbrauchen? Und dabei trotzdem die ganze Schönheit und das Abenteuer Wildnis kennenlernen?

© Kitty Terwolbeck@flickr / CC BY 2.0
© Kitty Terwolbeck@flickr / CC BY 2.0

Wir meinen, eine  Möglichkeit bietet multimodales Reisen, denn für die Größe des ökologischen Rucksacks ist maßgeblich entscheidend, wie du unterwegs bist,  und zwar von Beginn an.. Ob Flugreise, Tramper-Urlaub oder Fahrradtour: Ganz ohne ein Verkehrsmittel geht es kaum, und auf unser gesamtes Gepäck wollen wir auch nicht verzichten. Wir sollten aber bewusst darauf achten nachhaltige Fortbewegungsmittel zu finden und zu nutzen. Schließlich macht es Spaß, andere Wege zu gehen, und bietet außerdem immer wieder neue Herausforderungen.
In diesem Klimatipp stellen wir dir verschiedene Wege vor, um  beim Reisen den CO2-Verbrauch so gering wie möglich zu halten-. Wir zeigen dir auch, , wie du deinen CO2-Verbrauch  selber überprüfen kannst.
Aber lies selbst!

Kennst du „Zero Impact Camps“?
Diese interaktive Website für Jugendliche bietet nicht nur praktische Informationen rund ums nachhaltige Reisen, mit einer Vielzahl von Links, sondern sie gibt jedem Interessierten auch die Möglichkeit, von einer geplanten oder schon vergangenen Reise den ökologischen Rucksack zu berechnen. Dabei werden Alternativen und vergleichbare Trips vorgestellt. Die Metapher des ökologischen Rucksacks und die Auswirkungen von einzelnen Entscheidungen auf die Umwelt werden dadurch greifbar. Willst du also deinen letzten Trip gegenrechnen, dann schau dir diese Seite an.

Ein Beispiel: Wir vergleichen zwei 7-Tages-Reisen von Leipzig nach  Rügen

a) Nachhaltig unterwegs: 520 kg ökologischer Rucksack
    Anreise: 228 kg  CO2 (für 500 km mit dem Fernbus)
    Unterkunft: 175 kg CO2 (7 Tage in einer Jugendherberge)
    Verpflegung: 45 kg CO2 (vegetarisch essen)
    Programm: 72 kg CO2 (für Spiel & Sport in der Natur, Abendaktivitäten, Ausflüge mit Bus & Bahn)

b) Konventionell unterwegs: 2074 kg ökologischer Rucksack
    Anreise: 401 kg (für 500 km mit 2 Personen im Auto)
    Unterkunft: 686 kg (7 Tage im Hotel)
    Verpflegung: 107 kg (fleischlastig)
    Programm: 880 kg (Spiel & Sport in der Natur, Erlebnispark, Wasserski, Abendaktivitäten, 
   Ausflüge mit dem Auto)

Auch „Nomadearth“ wollen wir dir nicht vorenthalten:
Auf dieser  Seite heißt Reisen nicht nur: den eigenen Horizont erweitern. Die Gründer von Nomadearth wollen den Tourismus umkrempeln, für eine umweltbewusste Haltung werben, so dass Urlauber und die Menschen vor Ort profitieren. Dazu geben sie viele tolle Tipps zum Reisen „ohne“ Rucksack und mit Gütesiegel. Die Gütesiegel für ökologischen Tourismus werden genauso unter die Lupe genommen, wie einzelne Outdoor Aktivitäten (Mountainbiken, Surfen, Klettern & Bouldern etc.).
Zudem gibt es ein lesenswertes ABC des fairen Reisens, welches auf alle Fälle dazu anregt weiterzudenken, um bewusst die Umwelt zu schonen.
Weitere Infos

© Grant@flickr / CC BY-NC-ND 2.0
© Grant@flickr / CC BY-NC-ND 2.0

"Die Heimat liegt nun hinter euch - vor euch die Welt." Der Hobbit (Tolkien, 1937)

29.06.2016 in Klimatipp

Es gibt viele Arten zu reisen. In unserem zweiten Teil der Reihe »Reiseblogs« appellieren wir an den abenteuerlustigen Hobbit in dir – entdecke die Welt zu Fuß. Früher, als es noch keine Billig-Flieger und Autos gab,  war das Wandern die häufigste Art des Reisens.  Zum Glück ist diese Lust auf das Erkunden und Entdecken nicht gänzlich verschwunden. In einer Welt, in der sich alles immer schneller dreht, wird das Wandern wieder zum Trend.. Wir zeigen euch mit Hilfe drei ausgewählter Blogger, dass „Back to the roots“ nicht nur hipp, sondern auch ein romantisches Naturerlebnis ganz persönlicher Art ist.

WANDERN heißt mit Abenteuerlust klimafreundlich und bewusst in der Natur unterwegs sein. Alleine oder in der Gruppe kannst du unberührte Landschaften entdecken. Was du dafür brauchst? Zwei  Beine! Wochen- oder Tageswanderungen sind eine gute Abwechslung und Entspannung zum alltäglichen Arbeitsalltag. Du bewegst dich, atmest dabei frische Luft und vergisst deinen Alltagsstress.

Blog Tipp I:  Kathrin ist gebürtige Münchnerin, Hundefreundin und Schlecht-Wetter-Liebhaberin. In ihrem Blog schreibt sie über kleine und große Abenteuer, die jede/r erleben kann. Bereits in Neuseeland, USA, Irland und Portugal hat Kathrin Wanderungen unternommen. Nur um einige der sechzehn Länder zu nennen, die sie seit drei Jahren in ihrem Blog mit uns teilt.
In ihren Berichten hält sie sich an den Outdoor Blogger Codex  , der Regeln für authentische Reiseberichte und Ausrüstungstest vorgibt. Dabei erzählt sie von ihrer Schwärmerei zu Wombat Willi , genauso wie von einer korrekten Wanderapotheke oder vom Testeinsatz der Outdoor Kompressionssocken – kurz, knackig und ehrlich!
Mehr erfährst du hier.

© fräulein-draussen
© fräulein-draussen

Blog Tipp II:   Jens ist absoluter Outdoor-Enthusiast, das heißt für ihn die Natur hautnah erleben bei Sonnenschein, Regen oder Schnee. Aus Dortmunder zieht er in die Welt und stellt sich dabei gerne den Herausforderungen der Natur. In seinem Blog gibt er reichlich Auskunft über alltägliche kleine Wanderkniffe sowie ausführliche Praxistest von Outdoor-Ausrüstungen.
Erfahre mehr

© https://www.hiking-blog.de/
© https://www.hiking-blog.de/

Blog Tipp III:  Angelica teilt in ihrem Blog nicht nur Wanderberichte, sondern auch News, Equipment-Erfahrungen, Tourenplanungen und Tipps mit ihren Lesern. Die meisten Touren, die sie unternimmt, finden im Radius von bis zu 60km rund um Bonn statt. Aber auch für Nicht-Bonner gibt es Spannendes: Zum Beispiel wie man spontan und ohne großen Planungsaufwand eine Wanderung starten kann. Lust mehr zu lesen, dann klicke hier.

Entdecke den Entdecker in dir!

26.05.2016 in Klimatipp von Patricia

 „Die größte Sehenswürdigkeit, die es gibt, ist die Welt. Sieh sie dir an.“ Kurt Tucholsky (1890-1935)
Es gibt viele Arten zu reisen. Die einen mögen es eher gemütlich und bewegungslos am Strand zu liegen, andere wiederum scheuen keine Kosten, um die angesagtesten Hotspots der Welt zu bereisen oder immer am Puls der Zeit zu sein.

© VCD /2050
© VCD /2050

Doch selten besteht das Leben aus „entweder, oder“. Wir wollten wissen, was es zwischen den Extremen gibt und haben interessante Reiseblogs gefunden, die wir hier in einer kurzen Reihe vorstellen wollen.

Starten werden wir mit  verschiedenen Fahrrad-Reiseblogs. In den kommenden Wochen folgen dann Wanderblogs und Blogs über intermodales Reisen. Wir gehen dabei den Fragen auf den Grund: Was ist das Spannende an den verschiedenen Möglichkeiten zu reisen und was gilt es zu beachten? Vor allem aber geht es uns um tolle und nachhaltige Ideen für den nächsten Urlaub.

FAHRRAD FAHREN  - nachhaltig, bewusst, klimafreundlich und gut für die Fitness. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, lernt Land und Leute auf eine authentische und ehrliche Art kennen, schont das Portemonnaie und tut wie nebenbei auch noch was Gutes fürs Klima.

Blog I: Als erstes ist uns Richard Löwenherz aufgefallen. Er ist hauptsächlich mit dem Fahrrad in Europa und Asien  unterwegs, gerne zwischendurch auch mit dem Schlauchboot. Abgelegene, schwer zugängliche Orte haben es ihm angetan, er liebt es fernab der Zivilisation. Jährlich unternimmt er eine mehrwöchige Tour - auch im Winter - über Stock und Stein.
Bikerafting in Siberia - Quer durch Tuva war Richard neun Wochen mit Fahrrad und Schlauchboot war er unterwegs. Mehr erfährst du unter: http://www.lonelytraveller.de/

© pixelio/Gila Hanssen/734345
© pixelio/Gila Hanssen/734345

Blog II: Helmut und Sophia fahren mit dem Fahrrad von Cottbus nach Südostasien. Sie sind beide sonst eher Couchpotatoeos und reisen frei nach dem Motto „Der Weg ist das Ziel“. 
Dabei lassen sie sich von aufkommenden Erlebnissen treiben. Statt Tageskilometer wegzuradeln, entdecken sie als „slow traveler“ die Welt.

Im Mai 2015 startete ihr Abenteuer und das Ende ist noch nicht in Sicht.  Aktueller Standort ist Sjunik (Armenien).

Fahr virtuell mit den beiden mit: https://two-in-a-billion.de/

Blog III: Einmal bis zum Ende der Welt und zurück. Das war Elas und Tobis Plan. Von Dresden bis nach Neuseeland sind sie innerhalb von zwei Jahren geradelt. Von georgischer Gastfreundschaft über leuchtend blau-türkise Bergspitzen in Tadschikistan und Fahrradfahrverbot in Singapur – all das und noch mehr erzählen sie von ihrer Route, den Menschen und der Naturlandschaft.

Es sind einige Anekdoten dabei, die eines Tom Sawyer würdig sind.
Mehr liest du hier: http://www.cycletogether.de/

Jeder dieser Blogs animiert dazu die Ärmel hochzukrempeln, in die Hände zu spucken und aufs Rad zu springen : „Ein Mal bis zum Horizont bitte!“

Wie geht es Dir?
Hast du auch eine unvergessliche Tour mit dem Rad gemacht und willst uns davon erzählen? Dann schick uns einen kurzen Reisebericht und und wir verwenden ihn in einem unserer nächsten Blogeinträge. Es müssen auch nicht immer gleich die entlegensten Orte der Welt sein, der Usedom-, Elbe-, oder Spreeradweg sind ebenfalls wunderschön.

Schreib uns unter 2050@vcd.org

Zwanzig Reisende mit dem Omnibus…

17.03.2016 in Klimatipp

…saßen an der Straße und erzählten sich was. Da kam der Umweltschutz und fragt: „Was ist denn das?“ Zwanzig Reisende mit dem Omnibus. Zwanzig…? Ja, zwanzig Millionen Reisende haben im Jahr 2015 die Reise mit dem Fernlinienbus gemacht. Das ist ein Plus zum Vorjahr von 25 Prozent. Da stellt sich die Frage: Ist das ökologisch sinnvoll? Und wenn ja, wann ist der Fernbus die beste Wahl für mich?

© Metropolico.org/Flickr/CC BY-SA 2.0
© Metropolico.org/Flickr/CC BY-SA 2.0

Zur Erinnerung, wo der anhaltende Boom herkommt: Vor drei Jahren wurde am Personenbeförderungsgesetz zugunsten der Omnibusse geschraubt. Vorher waren Buslinienverbindungen parallel zum Bahnverkehr, also auf derselben Verbindung, schlichtweg verboten. Da alle großen Städte einen Bahnhof haben und Buslinien zwischen kleinen Orten nicht rentabel sind, gab es praktisch keine Fernbusverbindungen. Das ist jetzt anders: Nun dürfen Städte, die weiter als 50 Kilometer auseinander liegen, mit Fernbussen angesteuert werden. So kannst du viele kleine Städte ebenso entdecken, wie auch Großstädte im In- und Ausland. Inzwischen gibt es über 300 Fernbuslinien mit über 700 Zielen.

Zur Frage nach der Umweltfreundlichkeit: Weil der Fernlinienbus in Deutschland noch recht neu ist und Daten zu Auslastung und Fahrzeugflotten fehlen, gibt es noch keine endgültig ausgewertete Ökobilanz. Man kann nicht einfach die Ökostatistik für Kaffeefahrtsbusse übernehmen, da diese mit einer höheren Auslastung unterwegs sind, als Fernlinienbusse – und höhere Auslastung bedeutet natürlich besser Umweltbilanz für den oder die einzelne Reisende/n. Doch auch trotz fehlender Daten weist vieles darauf hin, dass der Fernlinienbus etwa genauso umweltfreundlich ist wie die Bahn. Abhängig davon, ob Treibhausgase, Stickstoffoxide oder Feinstaub betrachtet werden, hat wohl mal die Bahn und mal der Fernbus die besseren Werte. Eines steht mit Sicherheit fest: im Vergleich zu Flugzeug und Auto sind sowohl Bahn als auch Bus besser für Umwelt und Klima. Also: wenn du in den kommenden Osterferien eine Reise machen willst, schau ruhig mal bei Bahn und  Fernlinienbussen parallel nach den Angeboten – das ökologische Gewissen spielt mit.

Doch wann lohnt sich die Fernbusreise mehr als die Fahrt mit der Bahn? Größter Vorteil gegenüber der Bahn sind natürlich die Preise: wer keinen Sparpreis bei der Bahn ergattert, aber auf sein Geld achten möchte oder muss, für den bietet der Fernbus eine Alternative. Hier gibt es selbst bis kurz vor der Abfahrt noch günstige Preise. Dafür muss deutlich mehr Zeit für die Fahrt eingerechnet werden: Auf den Strecken, die im »VCD Bahntest 2014/2015« untersucht wurden – das waren die zehn beliebtesten innerhalb Deutschlands – war die Bahn immer schneller unterwegs, als der Fernbus. Inzwischen hat der Fernbus aber auch ein weiteres interessantes Angebotsfeld entdeckt: Nachtlinien. Die Deutsche Bahn hingegen schafft gerade ihre Nachtzüge Stück für Stück ab. Der nächtliche Fernbus ist somit vielleicht nicht der gemütlichste Ort zum Schlafen, aber für einen kurzen ökologischen Städtetrip gewinnst du Zeit vor Ort. Wer nicht schlafen kann, ist zudem mit W-LAN und Multimedia-Angeboten versorgt.

Fazit: Ja, der Fernbus ist eine ökologischere Alternative zu Auto und Flugzeug. Und im Vergleich zur Bahn meist günstiger. Wer also gerne preiswert unterwegs ist und ausreichend Zeit mitbringt, für den ist der Fernbus eine gute Wahl. Vor dem Start raten wir: Preise vergleichen, sowie die Mitnahmeregeln für Gepäck checken.

Quelle: Statistisches Bundesamt 2016

Weitere Infos:



Ohne Schweiß(naht) kein Lastenrad

29.02.2016 in Klimatipp

Die Sonne scheint wieder länger und die Temperaturen locken schon mal nach draußen. Die beste Zeit, um das erste Werkelprojekt des Jahres zu beginnen: Ein Lastenrad Marke Eigenbau. Immer mehr Leute erkennen die Vorzüge von Lastenrädern, aber diese sind neu nicht gerade günstig. Wenn du selber gerne zum Hammer greifst und du keine Angst vor einem Schweißgerät hast, dann ist ein selbstgebautes Lastenrad genau die richtige Alternative für dich.

© Kunst-Stoffe-Berlin
Lastenrad-Baussatz Foto: ©werkstatt-lastenrad.de / CC SA-BY 3.0

Unser Bildungspartner Kunst-Stoffe Berlin hat dafür einen Lastenrad-Baukasten angefertigt, in dem alle Bauteile für den Rahmen des Lastenrads untergebracht sind. Mit dieser sogenannten haptischen Bibliothek will Kunst-Stoffe Berlin zeigen, dass es gar nicht so viel braucht, um ein Lastenrad zu bauen.

Wenn wir die Teile so vor uns sehen, bekommen wir direkt Lust, die erste Schweißnaht zu setzen. Die Bauteile und die zugehörigen Fahrradteile (Laufräder, Bremsen, etc.) kannst du dir bei deinem Fachhändler des Vertrauens besorgen. Du musst auch nichts neu kaufen. Stattdessen lassen sich alte Fahrradteile sehr gut recyceln und so hast du die große Chance, einem alten Fahrradrahmen und anderen gebrauchten Fahrradteilen ein neues Leben als Lastenrad zu ermöglichen/einzuhauchen. 

Du bist nicht die geborene Handwerkerin, bekommst aber einen Ikea-Schrank mit Anleitung zusammengezimmert? Auch für das Lastenrad gibt es eine Schritt-für-Schritt-Anleitung. Kunst-Stoffe Berlin, aber auch Organisationen in anderen Städten, bieten zudem offene Werkstätten, Schweißkurse oder gar ganze Lastenradbau-Workshops an. Such dir doch ein paar Freundinnen und Kumpels für das Projekt „Lastenrad selber bauen“ zusammen, dann könnt ihr gemeinsam basteln und das Lastenrad nachher teilen, je nachdem wer gerade die Kiste Bier holen muss. Also nimm die Herausforderung an und bau dir dein ganz persönliches Lastenrad.
Wenn es dann fertig ist und du mit deiner neuen Liebe durch die Straßen fährst, freuen wir uns über ein Foto.

Schick uns ein Foto oder poste es auf Facebook oder Instagram mit dem #mobilität2050. Wir sind gespannt auf eure Werke.

Mehr Infos:

 

 

Wir wollen das Klima schützen, weil uns unsere Erde nicht egal ist!

28.01.2016 in Klimatipp

Es ist für dich sicherlich nichts Neues, aber es scheint noch nicht oft genug gesagt zu sein: Wir brauchen viele nachhaltige und innovative Ideen, um unsere Klimaziele bis 2050 erreichen zu können! 80 bis 95 Prozent weniger CO2 im Vergleich zu 1990 müssen allein bei uns in  Deutschland eingespart werden – damit auch unsere Urenkel noch gut auf dieser Erde leben können. Fast unvorstellbar? Ja! Aber unabdingbar und erreichbar, wenn wir es wirklich wollen.

Noch keine drei Monate ist es her, als sich zahlreiche Vertreter der Länder in Paris zum COP 21 trafen und über einen neuen Klimavertrag verhandelten. Hinterher zeigten sich alle begeistert vom Ergebnis. Die Weltgemeinschaft hat es in einem seltenen Moment der Einigkeit geschafft, ein gemeinsames Abkommen zu verabschieden. Die Tür für einen Klimawandel wurde also geöffnet. Doch auch wenn ein internationales Abkommen sicherlich wichtig ist: Nicht mehr nur Reden sondern Handeln muss die Devise sein. Dies nahmen sich andere bereits zu Herzen: zum Beispiel auf dem „Proof of Concept“   POC 21 – einem Innovationscamp, das im August 2015 nur 50 Kilometer von Paris seine Zelte aufschlug.


©  POC21 - Proof of Concept/VELO M2 / flickr /CC BY-SA 2.0
© POC21 - Proof of Concept/VELO M2 / flickr /CC BY-SA 2.0

Auf dem Camp ging es nicht darum, über die Probleme des Klimawandels zu sprechen und was theoretisch getan werden muss, um ihn aufzuhalten. Stattdessen haben die Teilnehmenden ihre Projekte für den Klimaschutz verwirklicht und stellten ihre Ideen in einem Open-Source Pool vor, sodass sie jeder nachahmen kann. Hier stand also das Ziel Klimaschutz ganz oben und weniger der Profit an der eigenen Idee.
Im Bereich Mobilität stellten die Belgier Milena Sonneveld und Florent de Gonck einen Aufsatz für ein Lastenrad vor, das durch das Treten in die Pedale Strom erzeugt und speichert. So kann das Lastenrad als mobiler Waffelstand oder mobiles Kino genutzt werden, ohne an eine Streckdose oder einen Akku gebunden zu sein. Das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch extrem clever.
Neben dem neuen Lastenradaussatz wurden u.a ein Recycling-Windrad, ein computergesteuertes Gemüse-Anbausystem für den eigenen Bedarf und eine Duschapplikation, die Wasser und Energie spart, gebaut. All diese Dinge sind aus einfachen Materialien gebaut und können somit von fast jedem nachgebaut werden. Was meinst du, steht auch bei dir bald ein kleiness Windrad im Hof oder baust dein eigenes Gemüse an?

Wir finden es braucht mehr von diesen Ideen!

 

 

 

Das große (Fr)Essen

16.12.2015 in Klimatipp

Um gut ins neue Jahr zu rutschen, kommt man gar nicht daran vorbei, sich über die Feiertage wieder übermäßig mit leckerem Essen vollzustopfen. Damit nicht nur der Magen zufrieden gestellt wird, sondern auch das Gewissen, kommen hier paar Tipps für das etwas klimafreundlichere Festmahl.

1.  Der entspannte Einkaufsweg: Zu Fuß oder mit dem Rad

Vor den Feiertagen kommt die große Einkaufsschlacht. Nicht nur um die Geschenke tobt der Kampf, sondern gerade die Lebensmittelläden sind voller Menschen, als würde eine Hungersnot ausbrechen. Um sich die Gefechte um die letzten Parkplätze zu ersparen, sei das Fahrrad sehr empfohlen. Falls der Laden nah dran ist, empfiehlt sich auch den Weg zu Fuß zurückzulegen und den Einkaufswagen einmal kurz nach Hause zu entführen. A nsonsten sind Fahrradständer meist als Premiumparkplätze nahe der Eingangstür und die Bewegung vor vielen Tagen Rumsitzerei auf dem Sofa und am Esstisch tut ebenfalls sehr gut. Wenn ihr nicht auf ein Lastenrad zurückgreifen könnt, nutzt einfach viele Fahrradtaschen oder verpflichtet eure Freunde oder Familie mitzufahren.

2. Freunde einladen

Das ist sowieso für die Umwelt top. Denn selbst wenn euch die ganzen Familienbesuche über die Weihnachtstage manchmal nerven sollten, denkt einfach an das Klima. Mit Freunden oder Familie zusammen zu kochen und zu schlemmen spart nämlich CO2. Ein gemeinsamer großer Topf ist besser als wenn jeder alleine köchelt. Und wenn man ehrlich ist, macht es meistens ja doch mehr Spaß.

3. Saisonales Obst und Gemüse einkaufen

Vor lauter Weihnachtsstress haut man sich meistens einfach nach einer Einkaufsliste schnell den Einkaufswagen voll. Dabei kannst du im tiefsten Winter gleichermaßen auf saisonales Obst und Gemüse achten. Der Norddeutsche freut sich eh schon über die Grünkohlsaison, aber auch der klassische Heiligabend-Kartoffelsalat ist schnell klimafreundlich: Einfach darauf achten, deutsche Lagerware statt  importierten Kartoffeln von weit her zu kaufen. Obendrein sind genügend Äpfel für euch eingelagert worden und stehen nun weiterhin lokal bereit, sodass man doch mal einen Bratapfel mehr essen kann anstelle einer aus Australien eingeflogenen Clementine.

4. Gering verarbeitete Lebensmittel statt Fertiggerichte

Zwar bieten sich bei dem einen oder anderen Mehr-Gänge-Menü immer Fertigprodukte an, um Zeit zu sparen, jedoch bleibt alles selber kochen am besten. Bei Fertigprodukten wisst ihr fast nie, was für eine Klimabilanz dahintersteckt. Und wer Tipp 2 befolgt und mit Freunden und Familie kocht, der braucht auch nicht mehr Zeit als beim Nutzen von Fertigerzeugnissen. Außerdem schmeckt allein der Stolz übers selber kochen besser als jede Konservenpampe.

5. Reste nutzen und weniger Lebensmittel wegwerfen

Am Ende hat man doch wieder viel zu viel gekocht. Also nicht gleich alles wegschmeißen, sondern nochmal für das nächste Menü als kleine Vorspeise nutzen oder anderswo verwerten. Nach Silvesterraclette bietet sich zum Beispiel am nächsten Tag eine Restepizza an, mancher Kartoffelsalat schmeckt am zweiten Tag obendrein noch besser.

Wer noch weitere Tipps zu nachhaltigem Konsum lesen will, kann gern bei unserem Partner Smergy nachschauen. Oder wer noch ein Weihnachtsgeschenk braucht, dem sei „Das Klimakochbuch“ empfohlen. Das Buch von Jenny Blekker und weiteren Autoren sammelt Tipps und Rezepte fürs klimafreundliche Kochen.

© Kosmos Verlag
© Kosmos Verlag

Wintercheck für das Fahrrad!

26.11.2015 in Klimatipp

Jeden Herbst stellst du dir die gleiche Frage: Wie komme ich gut durch die kalte und dunkle Jahreszeit, ohne dass ich mein Fahrrad bis zum Frühjahr einmotten muss? Mit dieser Frage bist du nicht allein, uns geht es auch so! Aus diesem Grund haben wir ein paar Tipps zusammengestellt, die hoffentlich hilfreich für dich sind und dank denen du dich auch im Winter ohne Sorgen aufs Fahrrad schwingen kannst.

© Ralf Luczyk, www.hinein.eu /pixelio.de
© Ralf Luczyk, www.hinein.eu /pixelio.de

1.    Mach‘ dir Licht ans Rad

Nach der Zeitumstellung kann auf gutes Licht am Rad nicht mehr verzichtet werden. Früh auf dem Weg in die Uni mag es ja noch gehen, aber spätestens wenn du wieder auf dem Rückweg bist, ist es schummrig oder sogar schon komplett dunkel und Licht am Fahrrad unverzichtbar. Nicht nur damit du selbst etwas siehst, sondern damit dich die anderen VerkehrsteilnehmerInnen wahrnehmen und du sicher an dein Ziel kommst. Dabei gibt es nicht nur den althergebrachten Dynamo, sondern auch abgefahrene und trotzdem regelkonforme Lichtideen. Wir haben im letzten Jahr darüber berichtet:

2.    Check deine Bremsen

 Eigentlich sollten deine Bremsen zu jeder Jahreszeit einwandfrei funktionieren. Doch in der kalten und nassen Jahreszeit kommen noch Unwägbarkeiten wie feuchtes Laub oder Frost hinzu. Prüfe genau, ob deine Bremsbeläge erneuert werden müssen und schau dir deine Felgen an. Sollte dir dabei ein Verschleiß auffallen, sollten du das auf jeden Fall beheben.

3.     Check deine Reifen

Autos bekommen im Winter ganz selbstverständlich eine Winterausrüstung in Form von Winterreifen. Fahrräder nicht – sollten sie aber. Speziell solltest du vor dem Winter die Mäntel deines Fahrrads checken. Nässe durch Regen und Laub machen die Wege oft rutschiger. Abgefahrene oder poröse Mäntel sind dann ein No-go.

4.    Sattelschoner

Steht dein Fahrrad oft draußen und ist damit Regen ausgesetzt? Es gibt nichts Lästigeres als ein nasser Hosenboden, sobald man sich auf den Sattel setzt. Bezieh ihn daher besser mit einem Sattelschoner. Ist dieser wasserfest, so brauchst du den Schoner nur abziehen und unter dem Sattel verstauen - schon kann kannst du los fahren - und kommst trockenen Pos ans Ziel.

5.    Ölen, Ölen, Ölen

Egal ob Kette oder Zahnkranz - die sollten jetzt richtig geschmiert sein. Denn auf den Straßen sammelt sich zurzeit viel Dreck, der deine Fahrradkette angreift. Auch der vermehrte Regen beansprucht deine Fahrradkette und den Zahnkranz. Um diese vor unnötigem Verschleiß zu schützen, hilft Kettenfett. Trage dieses ordentlich an allen Stellen auf, das sollte eventuelle Quietschgeräusche und anstrengendes Fahren beheben.

6.    Passende Winterkleidung

Es klingt etwas paradox, aber fürs Radfahren im Winter gilt: Wer sich zu warm anzieht, friert schneller. Wärmt der Körper schnell auf und danach auch schnell wieder ab, seid ihr anfällig für Infekte. Eine dünne, atmungsaktive, aber winddichte Bekleidung ist deshalb auf dem Rad angesagt. An regnerischen Tagen reicht ein Regenponcho oder eine Regenjacke und Regenhose mit seitlichen Reißverschlüssen zum leichten Ausziehen.

Mit diesen sechs Tipps radelst du gut durch den Herbst und Winter. Ich freu mich gleich schon auf meinen Heimweg, denn Radfahren tut nicht nur mir und meiner Seele wie meinem Po gut, sondern vermeidet auch CO2 - bei jedem Wetter.

Hast du noch weitere Tipps oder coole Lichtideen? Dann lass sie uns wissen.

Klimatipp

Das kannst du selbst sofort tun, um das
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