Fußballfans sind keine (Klima-)Verbrecher.

16.12.2015 in Stadtvisionen

Am letzten Samstag wurden in Paris die Vorrundenspiele der Fußball-EM 2016 ausgelost. Nun steht fest wo und wann das deutsche Team seine ersten drei und hoffentlich nicht letzten Spiele bei der Europameisterschaft in Frankreich austrägt: Lille, Paris und Saint Denis (bei Paris). Um sich für die Tickets zu bewerben, muss man einige bis viele Hinweise beachten. Damit ich ja keine Fehler mache und auf jeden Fall an einige der heißbegehrten Tickets komme, habe ich intensiv die UEFA FAQs studiert und dabei bin ich über den *Trommelwirbel* "UEFA Öko-Rechner" gestoßen:

„Lasst uns mal die Auswirkungen eures Trips zur UEFA Euro 2016 unter die Lupe nehmen. Dieses Tool hilft euch, den Kohlendioxid-Ausstoß eurer Reise zur UEFA EURO 2016 zu berechnen. Das geht ganz schnell und ist kinderleicht!“ (de-ecocalculator.uefa.com)

Wahnsinn - Fußball und Klimaschutz – echt? Naja, ich denke, dass viele Fußballfans an Spielwochenenden in Zügen, Mitfahrgelegenheiten, Fanbussen und auf den letzten Metern im ÖPNV oder zu Fuß geradezu vorbildlich mobil sind. Die Beweggründe, warum man ökologisch korrekt unterwegs ist, wird Mutter Natur auch schnurzpiepegal sein – aber ein Öko-Rechner im Bereich Fußball hat mich schon überrascht. Wenn er gut vermarktet wird und kein (wie momentan) verstecktes Alibi-Tool bleibt bewegt der Rechner vielleicht den ein oder Anderen zur verträglichen Anreise.


Was denkt ihr darüber – kann solch ein Tool Menschen wirklich dazu bringen, ökomobil(er) zu reisen?
Achja – wenn ich wirklich das Glück habe und Tickets für das Spiel Deutschland gegen die Ukraine in Lille bekomme, werde ich gemütlich mit dem Zug fahren: Immer noch „genug CO2 um 1780 Fußbälle zu füllen“:

Der EM 2016 Öko-Rechner, hier die Strecke von Berlin nach Lille. Quelle: de-ecocalculator.uefa.com (Screenshot)
Der EM 2016 Öko-Rechner, hier die Strecke von Berlin nach Lille. Quelle: de-ecocalculator.uefa.com (Screenshot)

Streetmix. Wie sieht Eure Straße der Zukunft aus?

04.05.2015 in Stadtvisionen von Felix

Heute will ich euch eine Internetseite vorstellen, den ich echt super finde: Streetmix.net. Eine Mischung aus SimCity, Sandkasten und schicken Bauklötzen. Ohne Anmeldung könnt ihr euch in wenigen Sekunden eure eigene Straße, so wie ihr sie euch vorstellt, zusammenstellen. So sieht meine Straße2050 aus:

© streetmix.net
© streetmix.net

Die Seite erklärt sich selber. Ihr könnt Fuß-, Fahrradwege oder Autostraßen per Drag&Drop anlegen, deren Breite anpassen und Bänke, Bäume oder Sträucher anlegen. Shared Space Liebhaber werden zugegebenermaßen nicht auf ihre vollen Kosten kommen :)

Wie findet ihr meine Straße? Schickt mir eure Straße 2050 und ich zeige sie hier. Unter allen Einsendern wird ... nein :)

 

 

 

Straße von Monique aus Brasilien. Oben der Wunsch. Unten die Realität    © streetmix.net
Straße von Monique aus Brasilien. Oben der Wunsch. Unten die Realität © streetmix.net
Die "sassenstreet" von Saskia © streetmix.net
Die "sassenstreet" von Saskia © streetmix.net
Green Street von Torsten © streetmix.net
Green Street von Torsten © streetmix.net

All heroes ride a bike!

28.04.2015 in Stadtvisionen

Sehr coole Marketing Kampagne von velolove.it und und der Mailänder Kunstakadamie NABA. Ich bin Flash. Wer seid ihr?

© VeloLove/NABA
© VeloLove/NABA
© VeloLove/NABA
© VeloLove/NABA

Meine Neonjacke und ich. Ein Geständnis

28.04.2015 in Stadtvisionen von Felix

Heute Morgen. Erster Blick aus dem Fenster: Regenschauer. Ich freue mich, meine endlich komplette Regen - Combo bestehend aus Hose, Jacke und Schuh-Überzieher zu testen. Fail.

Beim losfahren wird aus dem Starkregen Nieselregen, am Ende meiner Hofausfahrt aus Nieselregen gar kein Regen. Ich traue dem Wetter nicht; behalte alles an und schwitze nach 4 Minuten…und noch viel schlimmer: Ich bin absolut under-over dressed. Alle radeln gemütlich in Alltagskleidung durch Berlin; ich seh aus wie ein Funktionskleidung liebender, aber auf keinen Fall modischer, Troll. Alle bleiben trocken. Außer ich.

SolaRoad – Radfahren auf Glas

12.04.2015 in Stadtvisionen von Felix

Radfahren auf Solarzellen. Toll. 2014 ging die Nachricht über SolarRoads durch alle großen Leitmedien. Die Idee Fahrradwege zu bauen, die gleichzeitig Strom produzieren, kam gut an. Doch was steckt genau da hinter? Virales PR oder wirklich realistisch?

Das holländische Konsortium SolaRoad, ein Mix aus Staat, Wissenschaft und Industrie, befasst sich seit 2009 mit der Idee. Die Idee: Radler fahren auf Solarzellen anstatt Asphalt. Die Technik ist dabei die selbe wie die auf Dächern Verbauten Anlagen. Ein weiterer Pluspunkt ist die dezentrale Energieproduktion. Der Strom wird da produziert, wo er genutzt werden kann; besonders attraktiv also für unsere Freunde in Bayern.

Im letzten Jahr wurden nach vielen Tests im Labor die ersten 100 m Solar Fahrradweg in der Stadt Kromenie nördlich von Amsterdam gebaut:

© solaroad.nl
Die Teststrecke - links klassischer Beton - rechts Solarpanels © solaroad.nl

Was ist der Vorteil gegenüber Solaranlagen auf Dächern?
Es gibt keinen. Durch die niedrige Lage und Konstruktion haben sie sogar Nachteile. Die Idee ist vielmehr, dass man zusätzlich Strom generiert. Im Gegensatz zu goßen Solarfarmen oder Windkrafträdern findet kein stärker Eingriff in die Natur statt, als es schon bestehende Radwege sowieso tuen. In Holland..äähm den Niederlanden gibt es 500 km² Straßen. Es wird geschätzt, dass etwa 20 % der Radwege in den Niederlanden als Solaroad genutzt werden können. Bei den restlichen 80% ist der Schattenwurf so groß, dass sich die Solarzellen einfach nicht lohnen würden.

Wie teuer sind die SolaRoads?
Genaue Zahlen habe ich leider nicht. Es wird aber angenommen, dass sich die Platten durch Stromgewinnung nach 15 Jahren ökonomisch rentieren werden. Die Lebensdauer soll genau wie bei normalen Radwegen 20-25 Jahre betragen.

Wie viel Strom generieren die Platten?
Gegenüber Solaranlagen auf Dächern ist die Energieausbeute aufgrund der niedrigen Lagen und dickeren Schutzschicht geringer. Als Vorstellung: Die 100m Teststrecke deckt den Strombedarf von ca. 2-3 Familien.

Können Solaroads durch Autos befahren werden oder brechen sie dann?
Nein. Die Nutzung durch Rettungsdienste, Lieferverkehr oder Falschparker ist problemlos möglich.

Wie umweltfreundlich ist die Produktion der Wegeplatten?
Dazu gibt es noch keine Infos. Das Problem ist, dass in der Testphase sehr viele Faktoren in kurzer Zeit verändert werden. Eine Lifecycle Betrachtung soll erst später stattfinden. 

Kann man auf Glas Rad fahren. Sind die Radwege rutschig?
Nein, sie sind mit einer angerauten Oberfläche überzogen. Für die Teststrecke wurde eine Seite klassisch asphaltiert und die andere Seite mit den Solarzellen bestückt. Viele der ersten Nutzer haben erst gar nicht gemerkt, dass sie auf Glas fahren.

© solaroad.nl
Im rechten Bild erkennt man die oberste Schutzschicht der Solapanels © solaroad.nl

Spürt man als Radfahrer die Übergänge der verschiedenen Platten?
Leider ja. Bei normalen Citybikes soll man keinen Unterschied merken. Rennradfahrer mit dünner Bereifung merken die Übergänge aber schon deutlicher und weichen lieber auf die Straße aus. Für längere Überlandradwege sehe ich das schon als problematisch an. Ich hätte keine Lust, 40 km monoton durchgeschüttelt zu werden. Für zukünftige Tests überlegt man daher, die Schutzschicht ähnlich wie Teer durchgängig über alle Platten zu gießen. Momentan wird die Schutzschicht in der Fabrik auf jede Platte einzeln aufgetragen.

Wie beeinflusst Dreck die Solarplatten?
Sehr. Zwar ist die Oberfläche schmutzabweisender als herkömmliche Fahrradwege; umso mehr Schmutz sich aber darauf befindet, umso geringer ist die Energieausbeute. Deshalb geht man davon aus, dass SolaRoads öfter gereinigt werden müssen.

Was passiert bei Schäden?
Trotz Higtech und ausführlichen Tests wird es natürlich auch Beschädigungen durch externe Einflüsse geben. Die Platten können dann einzeln ausgetauscht und beim Hersteller repariert werden.

Warum nicht auch SolarRoad Fußwege oder Autobahnen?
Das System ist auch auf Fußwegen, Straßen oder Autobahnen theoretisch anwendbar. Dass für SolaRoads zunächst Radwege betrachtet werden, hat eher kommunikative und praktische Gründe.

Ab wann werden SolaRoads serienmäßig verbaut?
„We do not have the optical solution yet. We have to test. […] We are not there by far” (Sten de Wit)

 

 

Solar Pannel Tunnel - eine schrecklich nette Idee

03.04.2015 in Stadtvisionen von Felix

An sich eine gute Idee. Stromerzeugung + Schatten + Radweg. Aber wer um Himmels Willen möchte denn dort Fahrrad fahren?

 

Die Bilder (Drohne!) stammen aus Südkorea. Dort wurden auf einer Autobahn Solarpanels installiert. Der Zwichenraum dient gleichzeitig als schattiger Radweg. Im Ernst? Würdet ihr so einen Radweg benutzen?

Virtual Reality und Radfahren

21.03.2015 in Stadtvisionen von Felix

Gute Neuigkeiten: Zum Radfahren brauch ich bald nicht mehr rausgehen. Wenn es regnet fahr ich einfach virtuell zur Arbeit :)

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