In Japan wird diagonal gekreuzt

14.01.2016 in Urban Life

Der Times Square ist die bekannteste Kreuzung auf der Welt. Wenn wir einen Ort wie den Times Square in Japan suchen, fällt mir sofort die Shibuya- Kreuzung in Tokio ein. In der Nähe von dieser Kreuzung gibt es viele Geschäfte und Kaffees in denen man das Leben genießen kann. Heute wird auch diese Kreuzung immer beliebter bei ausländischen Touristen. Das liegt einerseits an der Hachikou Statue, ein japanischer Hund, in der Nähe der Kreuzung. Andererseits taucht die Shibuya- Kreuzung in bekannten Filmen, wie z.B. „Lost in Translation“, „Resident Evil: Retribution“ oder „The Fast and the Furious: Tokyo Drift“ auf.

Shibuya Kreuzung: ©phon-ta/photo AC/http://www.photo-ac.com/main/detail/211855
Shibuya Kreuzung: ©phon-ta/photo AC/http://www.photo-ac.com/main/detail/211855

In Japan wurde die erste Kreuzung mit Diagonalqueren im Jahr 1969 in Kumamoto eingeführt. Heute gibt es in Japan über 300 solcher Kreuzungen. Im Japanischen heißt diese Form der Kreuzung „Scramble“-Kreuzung. Das kommt daher, dass die Fußgänger auf dieser Kreuzung in alle möglichen Richtungen laufen können während die Autos stoppen. In Deutschland gibt es zwar auch das Prinzip des Diagonalquerens, aber nur an sehr wenigen Orten – beispielsweise in Aachen, Köln und Berlin.

Smartphone: ©727493/Lupo/pixelio.de.
Smartphone: ©727493/Lupo/pixelio.de.

Wenn man über die Straßen mit Diagonalkreuzungen gehen will, braucht man die Aufmerksamkeiten der anderen Fußgänger, um sicher auf die andere Seite zu gelangen. Durch das häufige Schauen auf das Smartphone kam es in letzter Zeit zunehmend zu Unfällen. Kanako

Der pünktliche Zug, Shinkansen

18.11.2015 in Urban Life

Der Zug ist ein wichtiges Verkehrsmittel nicht nur für das tägliche Leben, sondern auch für den Klimaschutz. Mit dem Zug habe ich in Japan und Deutschland viele Reisen unternommen. In Japan gerate ich schnell in Stress wenn sich ein Zug verspätet. Seitdem ich in Deutschland wohne, habe ich gemerkt, dass die Züge in Japan im Vergleich zu den Zügen in Deutschland sehr pünktlich sind. Deshalb würde ich heute gerne die „Pünktlichkeit“ des japanischen Zugs vorstellen.

Shinkansen: ©acworks/photo AC/http://www.photo-ac.com/main/detail/1590
Shinkansen: ©acworks/photo AC

Der japanische Hochgeschwindigkeitszug heißt „Shinkansen“. Ein herausragendes Merkmal der japanischen Bahn, insbesondere des „Shinkansen“, ist ihre Pünktlichkeit. Innerhalb eines Jahres hat die japanische Bahn nicht mehr als 1 Minute Verspätung im Schnitt. Diese, einer Choreographie gleichenden, von den Lokführern durchgeführte Genauigkeit ist aber eine Grundvoraussetzung für die Gewährleistung des dichten Takts, der in den Hauptverkehrszeiten bei unter 5 min liegt.

Der Zugfahrer: ©sr-karubi/pakutaso/https://www.pakutaso.com/20110528136post-119.html
Der Zugfahrer: ©sr-karubi/pakutaso

Aber warum kann der japanische Zug so pünktlich sein? Ich versuche das mal zu erklären. Auf der einen Seite tragen die hohen technischen Standards zur Pünktlichkeit bei. Ankunftszeiten können mit einer Genauigkeit von einer Sekunde bestimmt werden. Der Zugfahrer*in berechnet und reguliert die Geschwindigkeit. Um die Ankunfts-, Abfahrtzeit und Wartezeiten zu bestimmen, werden deshalb immer Feinabstimmungen vorgenommen.

Doctor Yellow: ©bronze/photo AC/ http://www.photo-ac.com/main/detail/133053
Doctor Yellow: ©bronze/photo AC/ http://www.photo-ac.com/main/detail/133053

Auf der anderen Seite tragen regelmäßige technische Überprüfungen der „Shinkansen“ zur Einhaltung der Pünktlichkeit bei. Dabei werden die Karosserien kontrolliert, damit Pannen vermieden werden können. Jeden zweiten Tag werden die Karosserien nach Abnutzungen durch einen speziellen Prüfer überprüft. Einmal pro Monat wird überprüft ob die Züge noch gut angehen. Einmal in drei Jahren wird der Zug auseinander gebaut. Dieser Überprüfung braucht fast 6 Monate. Damit wird der „Shinkansen“, normalerweise mit 16 Karosserien, in drei Jahren ungefähr 500-mal überprüft. Viele Überprüfungen sorgen für eine hohe Sicherheit und garantieren Pünktlichkeit.
Nicht nur die Karosserien sondern auch die Schienen werden regelmäßig untersucht. Es gibt einen Zug nur zur Überprüfung der Gleise. Sein Name ist: „Doctor Yellow“. Er fährt bis zu 270 km/h und überprüft Verzerrungen der Gleise und nimmt Strommessungen vor. Mit den Ergebnissen können Ausbesserungen gemacht werden.
Diese Überprüfungen sind nicht nur für die Sicherheit wichtig, sonder garantieren Pünktlichkeit,  Vermeidung von Unfällen und Verspätungen. Ich danke, in Japan gibt es viele Bemühungen um das Fahren mit dem Zug angenehm zu machen. Denn wenn der Zug pünktlich ist, wird das Fahren mit dem Zug angenehmer und mehr Leute werden dann damit fahren. 

Kanako


Der Weg für das Fahrrad

03.11.2015 in Urban Life

Heute möchte ich, Kanako, euch über das, was mich rund um das Verkehrsmittel Fahrrad  in Deutschland überrascht hat, berichten. Vor einem Jahr, als ich in der Nähe von meiner Wohnung in Deutschland spazieren gegangen bin, hat hinter mich plötzlich jemand ganz schrill angeklingelt. Ich war überrascht, denn ich wusste nicht, warum. Das kam zwar nicht jeden Tag vor, aber es ist mir noch ein paar Mal passiert. Eines Tages habe ich mit einer Freundin gesprochen und dabei erfahren, dass die roten Straßen nur für Radfahrer sind.

Foto: Der Radweg in Deutschland ©pixelio/lichtkunst.73/654699
Foto: Der Radweg in Deutschland ©pixelio/lichtkunst.73/654699

In Deutschland sind Radwege schon ein etabliertes System und haben im Gegensatz zu Japan eine sehr starke Position. Fußgänger dürfen nicht auf diesen Straßen laufen. Radfahrer dürfen auf der anderen Seite auch nicht auf dem Weg von Fußgänger fahren. Weil das Radfahren durch die gekennzeichneten Radwege einfacher und sicherer ist, denke ich, dass Radwege dazu beitragen, dass viele Menschen in Deutschland das Fahrrad benutzen.

In Japan ist der Radweg hingegen noch nicht populär und ein neues System für uns. Das Fahrrad hat in Japan leider bisher keine eigene Position. Wir haben keinen deutlichen Unterschied zwischen den Wegen für Auto, Fahrrad und Fußgängern. Bei uns sind die Bereiche für Autos und Fußgänger relativ einfach voneinander zu trennen. Aber für Fahrräder gibt es keine eigenen Wege und so teilen sich Radfahrer immer einen Weg mit Autos oder mit Fußgänger.

Laut dem japanischen Gesetz ist das Fahrrad gleichwertig mit einem Auto. Im Jahr 1960 bestimmte die japanische Regierung, dass Radfahrerinnen und Radfahrer auf der Straße fahren müssen. Aber wir hatten nach diesem Gesetz so viele Unfälle zwischen Auto und Fahrrad, dass  im Jahr 1978 ein neues Gesetz erlassen wurde, das besagt, dass Radfahrer auch auf dem Fußgängerweg fahren dürfen. Seit fast 30 Jahren hat sich dieses Gesetz nicht geändert und wir fanden es ganz normal, dass Radfahrer auf dem Fußgängerweg fahren können. Du kannst dir aber bestimmt denken, dass es auch nicht so einfach ist, wenn Fußgänger und Radfahrer sich einen Weg teilen, denn es passieren dort viele Unfälle zwischen Fußgänger und Radfahrer.

Der neue blaue Radweg in Japan: ©photo-ac.com/JAKUTAKU/216491
Der neue blaue Radweg in Japan: ©photo-ac.com/JAKUTAKU/216491

Leider wird das Fahrrad in Japan nur für kurze Distanzen genutzt, zum Beispiel um zum Supermarkt zu fahren. Für lange Distanzen nehmen wir das Auto oder die Bahn. Dieses Problem haben wir seit 30 Jahren und Japan arbeitet an der Lösung der Aufgabe, neue Radwege zu bauen. Im Jahr 2007 wurde endlich ein neues Gesetz für das Fahrrad erlassen. Jetzt bauen wir langsam neue Radfahrwege.

Der Radweg in Deutschland: ©VCD/Saskia Leckel
Der Radweg in Deutschland: ©VCD/Saskia Leckel

In Deutschland gibt es viele gut ausgebaute Radwege und man kann einfach das Fahrradfahren genießen. Eine gute Erkenntnis der Wissenschaft ist, dass es einen weniger stresst, wenn man Fahrrad anstelle vom Auto fährt. Warum genießen wir nicht einfach das Fahrradfahren? Ich wünsche euch viel Spaß beim Radfahren :-) und hoffe, dass in Zukunft in Japan mehr Menschen das Rad benutzen.

Wir haben Besuch aus Japan

12.10.2015 in Urban Life

Hallo liebe Leserinnen und Leser! Ich bin Kanako und komme aus Japan. Seit einem Jahr bin ich in Deutschland und mache gerade ein Praktikum beim VCD-Projekt »Mobilität 2050«. Nach der Atomkatastrophe in Fukushima sehe ich, dass sich Deutsche mehr für Umweltschutz oder Energieprobleme interessieren als Japaner, deswegen habe ich mich an der Uni in Japan schon mit dem Thema „Umwelt- und Energiepolitik in Deutschland“ beschäftigt und möchte meine Abschlussabreit über das Thema „Umweltschutz“ schreiben.

Rafaela und Kanako ©VCD/Mobilität2050
Rafaela und Kanako ©VCD/Mobilität2050

Ich freue mich sehr, beim VCD zu arbeiten, so einen Eindruck über den deutschen Umwelt- und Klimaschutz zu gewinnen und wünsche euch Leserinnen und Lesern viel Spaß beim Lesen des Blogs :-)

Hallo auch von mir. Ich bin Rafaela und wie Kanako Praktikantin im Projekt »Mobilität 2050«. Ich habe Übersetzungswissenschaft für Französisch und Spanisch in Heidelberg, Brüssel und Leipzig studiert, aber im Laufe meines Studiums gemerkt, dass mich der Umwelt- und Klimaschutz mehr bewegt, als das Übersetzen. Parallel zum Studium habe ich mich bei Robin Wood in Leipzig und später bei Klimagerechtigkeit Leipzig engagiert und mehrfach das Lausitzer Klima- und Energiecamp mit organisiert. Um für mein zukünftiges Arbeitsleben im Bereich Klimaschutz Erfahrungen zu sammeln, mache ich momentan ein Praktikum beim VCD.

Gemeinsam möchten wir euch hier in den nächsten Wochen den Unterschied zwischen den Verkehrskonzepten in Japan und in Deutschland vorstellen.
In Deutschland ist Umweltschutz verglichen mit anderen Ländern ein wichtiges Thema. Auch Studien belegen, dass Deutschland in dem Bereich international recht fortgeschritten und modern ist. Japan ist in dem Bereich vergleichsweise eher im Rückstand. Gleichzeitig ist Japan einer der führenden CO2-Emittenten: In der Liste der Länder mit den größten CO2-Emission aus energetischer Nutzung (Verkehr, Heizen, Stromerzeugung, Industrie) ist Japan weltweit an fünfter Stelle.
Kanako ist der Auffassung, dass in Japan beispielsweise kein Bewusstsein dafür besteht, dass ein Zusammenhang zwischen Klimaschutz und Verkehr besteht.
Insgesamt sind in Japan das Umweltbewusstsein und eine entsprechende Bewegung im Vergleich zu Deutschland kaum vorhanden. Auch in diesem Sinne ist es spannend, sich mal den aktuellen Stand des Verkehrs in Japan und Deutschland anzusehen.
Wie die Japaner das Fahrrad nutzen und wo es Unterschiede zu Deutschland gibt, lest ihr demnächst an dieser Stelle.

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