2050: Überall hin mit Bus und Tram?

17.09.2014 in ÖV

Keine überfüllten Busse und Bahnen, kundenfreundliche Taktzeiten, alle relevanten Orte bequem erreichbar durch ein perfektes Zusammenspiel von Bussen, Bahnen, Fahrradleihsystemen und Carsharing  – nur ein Traum oder Realität in 2050?

Tramhaltestelle ©Stephan Anemueller

Für viele von uns ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) aufgrund fehlender Verbindungen nicht problemlos nutzbar oder einfach zu unattraktiv. Bus, Bahn und Co., werden so nur auf ca. neun Prozent der Wege in Deutschland genutzt. (1)
Dabei ist die Lebensqualität in unseren Städten und auf dem Land eng mit der Qualität des ÖPNV verbunden. Je mehr Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln statt mit dem Auto zurückgelegt werden, desto sicherer wird es auf den Straßen, die Belastung durch Luftschadstoffe wie z.B. Feinstaub oder Stickoxide sinkt und es wäre um einiges ruhiger. Doch nicht nur wir, sondern vor allem unser Klima würde davon profitieren. Denn nach wie vor ist das Nutzen der öffentlichen Verkehrsmittel nur halb so klimaschädlich, wie die Fahrt mit dem Auto. (2) Insgesamt werden durch die Nutzung von Bussen und Bahnen bundesweit ca. 15 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. (3) Aber das Potenzial wäre viel größer.

Bike sharing ©Gabi Eder/pixelio.de

Doch wie kommen wir dem Ziel eines attraktiven und gut ausgebauten ÖPNVs näher? Wie kriegen wir mehr Menschen dazu auf öffentliche Mobilitätsangebote umzusteigen? Bus und Bahn allein werden den individuellen Mobilitätsbedürfnissen der heutigen Zeit nicht umfassend gerecht. Das klassische ÖPNV-Konzept sollte deshalb auf ergänzende Angebote ausgedehnt werden, so dass euch als  Kunden ein umfassender Mobilitätverbund von Bussen, Bahnen, Fahrradverleihsystemen, Carsharing und anderen Mobilitätsangeboten zur Verfügung steht aus dem ihr euch den optimalen Mobilitätsmix zusammenstellen könnt. (4)

Was sind eure Wünsche und Ideen an einen guten Nahverkehr. Diskutiert mit in der Gruppe gemeinsam.weg(e).gehen.

Wesentliche Voraussetzung für einen guten Nahverkehr ist natürlich auch eine ausreichende und langfristig gesicherte Finanzierung. Bund und Länder müssen sich auf ein ganzheitliches Finanzierungskonzept verständigen, das nicht nur Mittel zur Sicherung des Status quo bereitstellt sondern auch eine Weiterentwicklung des ÖPNV ermöglicht. Die sich gerade in der Revision befindlichen Regionalisierungsmittel bzw. die in wenigen Jahren auslaufenden GVFG-/Entflechtungsmittel brauchen entsprechende Anschlussregelungen. Dabei darf nicht vergessen werden, dass auch der Autoverkehr einen hohen Investitionsbedarf hat. Eine Studie des VCD zeigt auf, dass sich der Nahverkehr zu rund 70 Prozent selbst finanziert, während der Kostendeckungsgrad des Autoverkehrs je nach Kommune lediglich bei 15 bis 47 Prozent liegt. (5)

Weiter Informationen gibt es hier:

Grafik: http://www.vcd.org/verkehrsmittel-vergleich.html#c2562

Quellen:
1) http://www.mobilitaet-in-deutschland.de /pdf/MiD2008_Abschlussbericht_I.pdf (Zugriff 29.9.2014)
2) Öko-Institut e.V.: http://www.oeko.de/forschung-beratung/themen/nachhaltiger-verkehr/oepnv/ (Zugriff: 03.09.2014)
3) VDV: http://www.vdv.de/statistik-personenverkehr.aspx Zugriff: 03.09.2014)
4) VDV (2013): Der ÖPNV: Rückgrat und Motor eines zukunftsorientierten Mobilitätsverbundes
5) VCD/ICLEI 2005: (Zugriff 29.9.2014)

Bildnachweise:
Tramhaltestelle ©Stephan Anemueller, Bike sharing ©Gabi Eder/pixelio.de

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